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Edelstahl
Edelstahl bezeichnet Stähle mit besonderen Anforderungen an Reinheit und Eigenschaften. Im Alltag ist damit häufig nichtrostender Stahl gemeint. Für die Werkstoffauswahl sind jedoch die genaue Stahlsorte, ihre Eigenschaften und die vorgesehene Beanspruchung entscheidend.
Edelstahl und nichtrostender Stahl
Die Begriffe sind fachlich nicht gleichbedeutend. Nichtrostende Stähle besitzen einen ausreichend hohen Chromgehalt, der die Bildung einer schützenden Passivschicht ermöglicht. Nickel kann Bestandteil einer Legierung sein, ist aber nicht bei jeder nichtrostenden Stahlsorte erforderlich.
Werkstoffgruppen unterscheiden
Austenitische, ferritische und martensitische nichtrostende Stähle unterscheiden sich unter anderem in Gefüge, Zusammensetzung, Verarbeitbarkeit und erreichbaren Eigenschaften. Deshalb lassen sich Aussagen zu Härte, Hitzebeständigkeit oder Formbarkeit nicht auf jeden Edelstahl übertragen.
Korrosionsbeständigkeit ist anwendungsabhängig
Auch nichtrostender Stahl kann unter ungeeigneten Bedingungen korrodieren. Medium, Chloridbelastung, Temperatur, Oberflächenzustand und Verarbeitung beeinflussen die Beständigkeit. Die Werkstoffauswahl richtet sich nach der genauen Bezeichnung und geeigneten Beständigkeitsangaben.
V2A, V4A und Werkstoffnummern
V2A und V4A sind gebräuchliche Sammelbezeichnungen, aber keine ausreichend genaue Spezifikation für jeden Einsatz. Eine Werkstoffnummer oder normgerechte Kurzbezeichnung erlaubt eine präzisere Zuordnung. Bei Werkzeugen, Verbindungselementen oder Bauteilen sind zusätzlich die jeweiligen Produktanforderungen zu beachten.
Bearbeitung und Pflege
Geeignete Bearbeitungs- und Reinigungsverfahren richten sich nach Werkstoff und Oberfläche. Verunreinigungen sind zu vermeiden; verwendete Mittel müssen geeignet sein. Eine pauschale Aussage, Edelstahl sei immer rostfrei oder grundsätzlich schlecht formbar, ist nicht zutreffend.